Errichtung des Finanzgerichts

Am 11. Januar 1949 wurde der damalige Vorsteher des Finanzamts Recklinghausen Oberregierungsrat Dr. Gantenfort mit dem Aufbau des Finanzgerichts Münster beauftragt und mit Erlass des Finanzministers des Landes Nordrhein-Westfalen zum 1. April 1949 zum ersten Präsidenten des Finanzgerichts bestellt. Das Finanzgericht Münster wurde zusammen mit dem Finanzgericht Düsseldorf im Rahmen eines Festaktes im Landtag eröffnet.

Am 1. August 1949 nahm das Finanzgericht seine Tätigkeit auf. Die erste Sitzung fand am 12. August 1949 statt. Das Finanzgericht hatte 4 Kammern. Den Vorsitz in der 1. und 2. Kammer führte der Präsident des Finanzgerichts Dr. Gantenfort, den Vorsitz in der 3. und 4. Kammer sein Vertreter Dr. Mitze. Das Finanzgericht war insgesamt mit 10 Richtern und Hilfsrichtern, 2 Urkundsbeamten, 1 Registraturkraft und 1 Boten besetzt.

Entwicklung ab 1949

Infolge des seit 1952 gestiegenen Verfahrenseingangs wurden im Jahre 1955 zwei weitere Finanzgerichtsdirektorenstellen („Vorsitzendenstellen“) und vier weitere Richterstellen geschaffen. Damit erhielt jede Kammer ihren eigenen Vorsitzenden.

In den Jahren 1960 - 1970 wurden vier weitere Kammern eingerichtet und weitere Richterstellen geschaffen. Die Zahl der Richter erhöhte sich bis 1970 auf 32. Im nichtrichterlichen Dienst waren 40 Personen beschäftigt.

In den Jahren 1970 - 1980 stiegen die jährlichen Eingänge um das fünffache. Die Zahl der Spruchkörper (nunmehr „Senate" genannt) erhöhte sich auf 10 und die der Richter von 32 auf 45. Trotz steigender Erledigungszahlen wuchs die Zahl der unerledigten Verfahren und die Verfahrensdauer erheblich. Auch die Einrichtung von Spezialsenaten, so zum 01. Januar 1977 für Grunderwerbsteuer und zum 01. Januar 1983 für Körperschaftsteuer, konnte den Anstieg des Arbeitsanfalles nicht ausgleichen. Die Zahl der Senate wurde 1984 auf 13, 1988 auf 16 und die Zahl der Richterstellen auf 61 aufgestockt. Gleichzeitig stieg die Zahl der Bediensteten im nichtrichterlichen Dienst auf ebenfalls 61 an.