Am vergangenen Mittwoch fand beim Finanzgericht Münster zum wiederholten Mal ein Moot Court für Studierende der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster statt. Die „gespielten“ Gerichtsverhandlungen, die den Ablauf eines Revisionsverfahrens vor dem Bundesfinanzhof abbildeten, waren Teil der Prüfungsleistung in einem steuerrechtlichen Seminar unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Marcel Krumm, der nicht nur Inhaber eines Lehrstuhls für Öffentliches Recht und Steuerrecht an der WWU ist, sondern als Richter im zweiten Hauptamt auch dem 4. Senat des Finanzgerichts Münster angehört. Zugleich bildete das Seminar den internen Vorentscheid zur Teilnahme am jährlich stattfindenden Moot Court am Bundesfinanzhof. In zwei „mündlichen Verhandlungen“ über Rechtsfragen, die zwei derzeit tatsächlich beim Bundesfinanzhof anhängigen Verfahren zugrunde liegen, versuchten zwei Studenten-Teams in der Rolle als Prozessbevollmächtigte der Kläger bzw. Vertreter des beklagten Finanzamts den Moot-Court-Senat von ihrer Argumentation zu überzeugen.

Der Präsident des Finanzgerichts Münster Johannes Haferkamp, der dem Moot-Court-Senat vorsaß, war im Anschluss mit „seinen“ Prozessparteien sehr zufrieden: „Alle Teilnehmer haben fundiert für ihren jeweiligen Rechtsstandpunkt gestritten. Auch in der Praxis kommt es nicht nur auf die richtige rechtliche Lösung des Falles an, sondern auch darauf, mit welcher Überzeugungskraft die Beteiligten ihr Anliegen vortragen. Dies können angehende Steuerjuristen nicht früh genug trainieren.“ Univ.-Prof. Dr. Krumm, der im Moot-Court-Senat als Berichterstatter mitwirkte, ergänzt: „Das Finanzgericht Münster ist für die Universität bei der Ausbildung unserer Studenten im Steuerrecht, aber auch im Erfahrungsaustausch mit der steuerlichen Praxis ein wichtiger Partner.“